Eine mechanische Uhr hängt an einer Unruh, die an einer hauchdünnen Feder schwingt. Temperatur, Lage der Uhr und Spannung der Zugfeder verändern den Gang leicht, deshalb geht jede Automatikuhr etwas vor oder nach. Ein Kaliber unterscheidet sich vom anderen darin, wie stark und wie gleichmäßig.
Was die Hersteller angeben
- Seiko 4R36 (5 Sports, Turtle, Presage Cocktail Time): −35 bis +45 Sekunden am Tag.
- Seiko NH35A und Miyota 821A: −20 bis +40 Sekunden am Tag.
- Seiko 6R35 (Alpinist, Presage Sharp Edged): −15 bis +25 Sekunden am Tag.
- COSC-zertifizierter Chronometer: −4 bis +6 Sekunden am Tag, fünfzehn Tage lang im Labor geprüft.
Das sind Toleranzen, nicht der übliche Gang. Viele Uhren dieser Familien laufen deutlich besser als die Grenze, aber eine Uhr, die innerhalb der Toleranz 30 Sekunden am Tag vorgeht, ist nicht defekt.
Warum Ihre Uhr vor- oder nachgeht
- Gangreserve: Bei fast abgelaufener Feder gehen viele Kaliber nach. Täglich getragen, ist der Gang gleichmäßiger.
- Lage: Dieselbe Uhr läuft mit dem Zifferblatt nach oben anders als auf der Seite. Wie Sie sie nachts ablegen, kann eine Abweichung ausgleichen.
- Magnetismus: Geht sie plötzlich Minuten am Tag vor, ist sie höchstwahrscheinlich magnetisiert. Der Uhrmacher behebt das in Minuten.
- Alter: Ohne Revision trocknen die Öle aus und der Gang wird schlechter.
Messen und korrigieren
Stellen Sie die Uhr sekundengenau, am besten mit Sekundenstopp, und vergleichen Sie sie mehrere Tage lang zur selben Zeit mit einer Referenzuhr. Liegt die Abweichung außerhalb der Herstellertoleranz, kann ein Uhrmacher die Uhr regulieren. Das geht schnell, wenn keine komplette Revision nötig ist.
Eine höhere Frequenz hilft, den Gang stabil zu halten, garantiert aber allein keine höhere Genauigkeit.
